Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften

Übersicht

Entstehung und Entwicklung professioneller Kompetenzen und wie diese insbesondere in der 3. Phase der Lehrkräftebildung durch informelle Lerngelegenheiten beeinflusst werden.
Dieser Forschungsschwerpunkt basiert auf Arbeiten zum fachdidaktischen Wissen von Sportlehrkräften (Wibowo & Heemsoth, 2019; Heemsoth & Wibowo, 2020) und zur
Entwicklung professioneller Kompetenzen in der dritten Phase der Lehrkräftebildung durch die Arbeitstätigkeiten Mentoring (Wibowo & Krieger, 2021) und Unterrichtsplanung (Wibowo, 2023; Wibowo, Balz, Krieger & Redlich, 2024).
Aktuell wird in diesem Schwerpunkt ein Projekt durchgeführt, das (informelle) Unterrichtsplanungsprozesse von Sportlehrkräften in Bezug auf einen digital unterstützten
Sportunterricht fokussiert. Für dieses Projekt sind beim Bundesministerium für Bildung und Forschung erfolgreich Fördermittel eingeworben worden (FKZ 01JA23K02K; Eigenanteil:
323.090,29€; geplante Laufzeit bis 02/2026). Ziel des Projektes ist die Implementation, Evaluation und Weiterentwicklung eines Werkzeuges zur Unterstützung von
Unterrichtsplanungsprozessen von Sportlehrkräften, die digitale Tools im Sportunterricht einsetzen möchten. Folgende zentrale Fragestellung wird dabei formuliert: Wie nutzen,
erleben und deuten Sportlehrkräfte digitale Tools zur Unterrichtsplanung und welche Informationen stellen sich dabei für (welche) Sportlehrkräfte als (besonders) relevant dar?

Drittmittelprojekt: Datenbankgestützte Planung von digitalgestütztem Sportunterricht (DiPSU im Verbund ComeSport)

Ziel des Projektes ist die Implementation, Evaluation und Weiterentwicklung eines Werkzeuges zur Unterstützung von Unterrichtsplanungsprozessen von Sportlehrkräften, die digitale Tools im Sportunterricht einsetzen möchten. Das benannte Werkzeug besteht aus einer an der Bergischen Universität Wuppertal entwickelten SQL-Datenbank (DB) mit über 500 digitalen Tools. Die DB ermöglicht es den Nutzer*innen gezielt Informationen zu Einsatzmöglichkeiten im Unterricht, zum Datenschutz, zu technischen Merkmalen etc. für konkrete digitale Tools zu recherchieren. Weiterhin kann über Filter (u.a. Einsatzmöglichkeit, Bewegungsfeld, Datenschutzmerkmale, unterrichtspraktische Beispiele) die individuelle Einsatzvorstellung spezifiziert und als Suchanfrage gestellt werden. Die DB liegt in einer Beta-Version vor.

Für das Vorgehen wird folgende zentrale Fragestellung formuliert: Wie nutzen, erleben und deuten Sportlehrkräfte digitale Tools zur Unterrichtsplanung und welche Informationen stellen sich dabei für (welche) Sportlehrkräfte als (besonders) relevant dar?

Es werden zunächst Kooperationspartner:innen der zweiten und dritten Phase der Lehrkräftebildung rekrutiert. Weiterhin werden gruppenspezifische Nutzungsszenarien entwickelt, die anschließend in einem ersten Zyklus des Design-Based-Research pilotiert werden. Begleitend soll eine explorative formative Evaluation stattfinden, um Nutzungsprozesse besser zu verstehen und die Usability der Intervention zu verbessern. Die Datenerhebung soll Protokolle lauten Denkens, Klicktracking und Post-Nutzungs-Interviews umfassen. Überarbeitung des DBR-Designs auf Basis einer standardisierten Evaluation in Bezug auf expertiseabhängige Nutzungsweisen und Einflussfaktoren auf die Technikakzeptanz. Implementation der Intervention in sechs Gruppen und standardisierte Evaluation der Nutzung. Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. Veröffentlichung der Datenbank.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung Kompetenzverbund lernen:digital gefördert und ist Teil des Projektverbundes ComeSport.

Projektteam: Tabea Brand, Rüdiger Hofmann, Claus Krieger (Universität Hamburg), Lasse Schäfers, Maximilien Seidel, Jonas Wibowo, Hendrik Wiese (Universität Hamburg)

Laufzeit: 2023-2026

Drittmittelprojekt: Informelles berufliches Lernen von Sportlehrkräften bei der Unterrichtsplanung (IbeLS)

In Anlehnung an die Forschung zum Lernen Erwachsener kann davon ausgegangen werden, dass Lernen zu einem großen Teil informell im Arbeitsalltag stattfindet (Livingston 2006; Overwien 2010). Insbesondere nicht-routinemäßige Arbeitsprozesse werden als Lerngelegenheiten und Chancen für die Entwicklung beruflicher Kompetenzen angenommen. Dies gilt für das gesamte Spektrum von Arbeitstätigkeiten, wie z.B. Unterrichtsplanung, Schülerförderung, Erziehung, Diagnostik, Elternberatung und Schulentwicklung, die als informelle Lerngelegenheiten betrachtet werden können.

Informelles berufliches Lernen von Sportlehrkräften wird in dieser Studie als Veränderung der professionellen Kompetenzen verstanden (Kunter et al. 2013). Es wird davon ausgegangen, dass die Perspektive des Lernenden eine integrative ist, die kontinuierliche Lernprozesse über formale, nicht-formale und informelle Lernmöglichkeiten hinweg umfasst (Evans 2018; Stern und Sommerlad 1999). Der Fokus der vorliegenden Studie liegt auf informellen Lerngelegenheiten im Arbeitsalltag einer Lehrkraft. Es wird davon ausgegangen, dass interne Phänomene wie Akzeptanz und externe Faktoren wie das soziale Umfeld (u.a. Kolleginnen und Kollegen und die Schulleitung) einen Einfluss haben.

In dem Projekt wurden zwei Studien durchgeführt, in denen Lehrkräfte über ein Jahr durch explorativ kontrollierte Interviews begleitet wurden.

Das Projekt wird durch den Zentralen Forschungsförderungstopf der Bergischen Universität Wuppertal gefördert.

Projektteam: Eckart Balz, Claus Krieger (Universität Hamburg), Anton Redlich, Janina Stauffenberg, Jonas Wibowo

Laufzeit: 2022-2023
 

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